MKG Chirurg Dr. Thomas Franke Berlin Charlottenburg

Schnarchen & Schlafapnoe

Was hilft gegen Schnarchen? Ursachen, wirksame Behandlungen und Hilfe beim Schlafapnoesyndrom

Das Schnarchen (Fachkreise sprechen von Rhonchopathie) ist ein häufig auftretendes Problem, welches den Schlaf sowohl der betroffenen Person als auch ihres Partners beeinträchtigen kann. In manchen Fällen steht Schnarchen auch im Zusammenhang mit dem Schlafapnoesyndrom, einer ernstzunehmenden Schlafstörung mit nächtlichen Atemaussetzern.
Hier finden Sie häufig gestellte Fragen und fundierte Antworten, um Schnarchen besser zu verstehen und gezielt zu behandeln.

Ursachen von Schnarchen und Schlafapnoesyndrom

Übergewicht: Fettansammlungen im Halsbereich können die Atemwege verengen und sowohl Schnarchen als auch das obstruktive Schlafapnoesyndrom begünstigen. Der erhöhte Druck im Rachenraum führt zu Gewebevibrationen und teilweise zu Atemaussetzern während des Schlafs.

Alkohol und Beruhigungsmittel: Diese Substanzen entspannen die Rachenmuskulatur übermäßig. Dadurch steigt nicht nur das Schnarchrisiko, sondern auch die Wahrscheinlichkeit für Atemaussetzer im Sinne eines Schlafapnoesyndroms.

Rückenlage beim Schlafen: In Rückenlage fallen Zunge und weiches Gaumengewebe nach hinten und blockieren die Atemwege. Dies verstärkt Schnarchgeräusche und kann bei anfälligen Personen zu schlafbezogenen Atmungsstörungen führen.

Nasale Verstopfungen: Allergien, Erkältungen oder anatomische Engstellen der Nase erhöhen den Mundatmungsanteil und fördern Schnarchen sowie schlafbezogene Atemstörungen.

Anatomische Besonderheiten: Vergrößerte Mandeln, ein verlängertes Gaumenzäpfchen oder ein enger Kiefer können die Atemwege blockieren. Diese Faktoren spielen eine zentrale Rolle beim Schnarchen und beim Schlafapnoesyndrom.

Rauchen: Rauchen reizt die Schleimhäute, fördert Entzündungen und verengt die Atemwege – ein klarer Risikofaktor für Schnarchen und Schlafapnoe.

Behandlungsmöglichkeiten

Therapieschienen: Eine nicht-invasive Behandlungsoption ist die Unterkieferprotrusionsschiene oder Schnarchschiene, die den Unterkiefer in einer leicht vorgezogenen Position hält. Diese Geräte erweitern die Atemwege und aktivieren die Muskulatur von Zunge und Weichgewebe, was das Schnarchen reduziert.

Uvulo-Palato-Pharyngo-Plastik (UPPP)-Operation: Die Operation beinhaltet das Straffen von Teilen des Rachens, wobei das überschüssige Gewebe entfernt wird. Durch dieses Verfahren wird der obere Luftpassage gestärkt, die Geräusche des Schnarchens werden unter Kontrolle gehalten, und die Atemwege bleiben klar. Diese Methode zeigt bei etwa 80% der Patienten eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität.

CPAP-Therapie: CPAP steht für „continuous positive airway pressure“ (kontinuierlicher Atemwegsüberdruck). Die Verwendung eines Geräts, das einen konstanten Luftstrom in die Atemwege liefert, ist eine häufige Methode zur Behandlung von Schlafapnoe und wird als CPAP bezeichnet. Diese Therapie sorgt dafür, dass die Atemwege während des Schlafs durchgängig bleiben und dadurch wird das Schnarchen vermieden.

Kieferchirurgische Eingriffe: In schwerwiegenden Fällen können operative Maßnahmen wie die Umstellungsosteotomie (Vorverlagerung des Unterkiefers ggf. mit Vorverlagerung des Oberkiefers) erforderlich sein. Durch die Umsetzung dieser Maßnahmen können mechanische Blockaden in den Atemwegen beseitigt werden, was zu einer Reduktion des Schnarchens führen kann.

Mögliche Hausmittel gegen Schnarchen

Honig: Honig hat auch entzündungshemmende Eigenschaften, die die Entspannung der Rachenmuskulatur und Entzündungen, die das Schnarchen verursachen können, fördern. Ein Teelöffel Honig in einer Tasse heißem Tee oder Wasser vor dem Schlafengehen kann helfen, die Atemwege zu beruhigen und das Schnarchen zu stoppen.

Pfefferminzöl: Pfefferminzöl hat die Fähigkeit, verstopfte Nasen zu klären und die Atemwege zu öffnen. Wenn eine kleine Menge Pfefferminzöl in ein Glas Wasser gegeben und dann gegurgelt wird, kann der Patient auch das Brennen in der Nase und im Hals lindern. Die abschwellende und kühlende Wirkung des Pfefferminzöls löst im Allgemeinen die Verstopfung.

Schlafposition ändern: Das Schlafen auf dem Rücken kann dazu führen, dass die Zunge und das Gaumengewebe sich zurückziehen und die Atemwege blockieren. Ein einfacher Weg, das zu verhindern, ist das Annähen eines Tennisballs an die Rückseite eines Schlafanzugs. Das verhindert, dass der Patient auf seinen Rücken kugelt, während er schläft, und zwingt ihn, auf seiner Seite zu schlafen, was das Schnarchen verringert.

Luftbefeuchter: Trockene Luft allein kann die Atemwege reizen und daher Schnarchen verursachen. Ein Luftbefeuchter im Schlafzimmer kann dazu beitragen, die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen und die Schleimhäute zu beruhigen. Es wird das Austrocknen der Atemwege verhindern und daher sowohl das Reizen als auch das Schnarchen reduzieren.

Kräutertees: Kräutertees wie Kamille und Lavendel haben sich als beruhigend und medizinisch wirksam erwiesen. Solche Tees haben auch die Fähigkeit, die Rachenmuskeln zu beruhigen und einen erholsamen Schlaf zu fördern. Ein entspannter Körper und Geist helfen, die Atemwege frei von Staus zu halten und das Schnarchen zu verhindern.

Schnarchen bei Frauen Schnarchen und Schlafapnoesyndrom bei Frauen

Frauen haben im Allgemeinen kleinere Atemwege als Männer, wodurch eine Verengung oder ein Verschluss der Atemwege bei ihnen oft schwerwiegendere Auswirkungen hat. Diese anatomischen Unterschiede führen dazu, dass Frauen selbst bei geringeren Engstellen zu Schnarchen neigen – insbesondere, wenn zusätzliche Faktoren wie Allergien oder Nasenverstopfungen hinzukommen.

Das Schnarchen bei Frauen wird zwar durch viele der gleichen Ursachen ausgelöst wie bei Männern, doch spielen bei Frauen auch spezifische Einflüsse eine Rolle. Hormonelle Veränderungen und bestimmte Lebensphasen – etwa Schwangerschaft, Wechseljahre oder hormonelle Schwankungen während des Zyklus – können das Risiko für Schnarchen zusätzlich erhöhen. So entsteht eine Kombination aus anatomischen und hormonellen Faktoren, die dazu führt, dass Frauen häufiger und oft unterschätzt von Schnarchproblemen betroffen sind.

 

 

Hormonelle Veränderungen

Schwangerschaft: Die Frau erlebt während der Schwangerschaft eine signifikante hormonelle Umstellung, bei der verschiedene physiologische Prozesse durchlaufen werden. Ein gesteigerter Progesteronspiegel kann das Atmungssystem beeinflussen und auch die Erschlaffung der Rachenmuskulatur fördern, was das Schnarchen begünstigt.

Menopause: Die Atemwegsmuskeln können mit den Wechseljahren erschlaffen, in denen der Östrogenspiegel sinkt. Frauen legen normalerweise in den Wechseljahren an Gewicht zu. Hormonelle Schwankungen können zudem die Schleimhäute in den Atemwegen beeinflussen, was zu einer erhöhten Anfälligkeit für Schnarchen führt.

Behandlungsmöglichkeiten für Frauen

Spezielle Kissen: Anti-Schnarch-Kissen sind so konstruiert, dass sie die Ausrichtung von Kopf und Nacken unterstützen und somit den Atemweg frei halten.

Nasenpflaster: Nasenpflaster können helfen, durch Öffnen der Nasenlöcher die Atmung durch die Nase zu unterstützen.

Lebensstiländerungen: Schnarchen kann durch das Management des Gewichts, ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung verringert werden.

Hormontherapie: Eine Hormonersatztherapie kann zur Linderung der Wechseljahresbeschwerden und zur Reduzierung des Schnarchens beitragen (nur auf ärztliche Anweisung).

Schnarchen bei Männern

Männer neigen dazu, mehr zu schnarchen aufgrund ihrer Anatomie und ihres Körpergewichts. Hier sind einige spezifische Tipps, die Männern helfen können, das Schnarchen zu reduzieren:

  • Gewichtsreduktion

  • Alkohol vermeiden

  • Rauchen aufgeben

  • Schlafposition ändern

  • Nasale Dekongestiva

  • Luftbefeuchter verwenden

Schnarchen & Schlafapnoesyndrom – zu welchem Arzt?

Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO): Abklärung anatomischer Ursachen der Atemwegsverengung.

Schlafmediziner: Diagnostik des Schlafapnoesyndroms (z. B. Schlaflabor) und Einleitung einer CPAP-Therapie.

MKG-Chirurgen & Schlafzahnärzte: Anfertigung von Schnarch- und Schlafapnoeschienen sowie operative Therapieoptionen.

Schnarchen ist weit verbreitet und kann harmlos sein – oder ein Warnsignal für ein Schlafapnoesyndrom. Entscheidend ist eine frühzeitige Abklärung, um Schlafqualität, Gesundheit und Lebensqualität nachhaltig zu verbessern. Frauen und Männer haben unterschiedliche Ursachen und mögliche Behandlungen. Wichtig ist, rechtzeitig einen Arzt zu konsultieren.

Weitere Informationen und Terminvereinbarung

Wir können Sie umfassend zu diesem Thema beraten und einen maßgeschneiderten Behandlungsplan erstellen. Schnarchen kann leicht behandelt werden, indem man den Lebensstil ändert, spezielle Anti-Schnarch-Geräte benutzt und einen Arzt konsultiert.